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Um in den Wäldern rechts des Rheins ihre Kampfformationen aufbauen zu können und bessere Sicht zu haben, schlugen die Römer Schneisen (lat. limites) in die Wälder. Davon leitet sich der Name "Limes" für die Grenzlinie des römischen Reiches ab.
Die ersten Abschnitte des Limes, die bis 1 n. Chr. errichtet worden waren, bestanden aus einem Postenweg mit hölzernen Wachttürmen.
In hadranischer Zeit (um 120 n. Chr.) ergänzte man die vorhandenen Anlagen durch eine durchgehende Palisade aus halbierten Eichenstämmen.
Da die Holztürme nicht unbegrenzt haltbar waren, errichtete man um die Mitte des 2. Jh. n. Chr. als Ersatz neben den Holztürmen steinerne Wachtürme
Auch die Palisaden verrotteten und sie wurde um 170 n. Chr. in der Provinz Obergermanien durch ein Wall- und Grabensystem ersetzt. In der Provinz Raetien bildete eine durchgehende Mauer mit steinernen Türmen die Grenzbefestigung.
Diese Grenzsicherung diente neben der Abwehr kleinerer Einfälle dazu, den Personen- und Warenverkehr zur Kontrolle und Zollerhebung zu überwachen.
Rund 900 Wachttürme und etwa 120 größere und kleinere Kastelle dienten dieser Aufgabe auf rund 550 km durchgehender Grenze durch die heutigen Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern von Rheinbrohl am Rhein bis Eining an der Donau.
Auf rund 153 km verläuft der Limes über hessisches Gebiet. Auf diesem Teilstück gab es 18 Großkastelle, 31 Kleinkastelle und 221 Wachturmstellungen. In den Waldgebieten ist der Limes meist noch gut erhalten. In landwirtschaftlich intensiv genutzten Ackergebieten sind die Überreste dagegen oft kaum mehr zu erkennen.
Unser Abschnitt des Grenzsystems gehörte zur östlichen Wetteraustrecke des obergermanischen Limes. Vom Kastell in Marköbel führt der Streckenabschnitt schnurgerade über das Ronneburger Hügelland bis zum Kastell in Rückingen. Dort knickt der Limes leicht nach Süden ab, zieht sich durch die Bulau und endet am Main bei Großkrotzenburg.
Der Limes verläuft im Ortsgebiet Erlensee schnurgerade von Nord nach Süd. Im gesamten Ortsgebiet ist er nicht mehr sichtbar, aber drei Abschnitte der Limeslinie sind erhalten geblieben: auf 285 m markieren Landwehrbach und Limesweg, auf 125 m die Dammstraße in Rückingen und auf 270 m ein Weg mit begleitendem Graben zwischen Kinzig und Waldrand die Limesstrecke. Von der Limesstrecke in der Bulau sind noch Teile zu sehen.
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